Nach dem Studium in Deutschland einen Job finden

Internationale Studierende haben in Deutschland gute Chancen, einen Job zu finden und Karriere zu machen. Wo und wie das gehen kann, wird in diesem Artikel beschrieben. Wenn du Student bist und anschließend in Deutschland einen Job suchst, solltest du dabei auf einige Dinge achten. Nachstehend gehen wir auf die wichtigsten Aspekte ein, wie du am besten einen Job in Deutschland findest und welche Voraussetzungen für die Arbeit gelten.

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Eine Karriere in Deutschland starten 

Für viele Studierende wird schnell klar, dass Deutschland ein attraktives Land zum Arbeiten ist. Vielleicht bist du bereits auf viele Job-Angebote gestoßen und hast bemerkt, dass viele Unternehmen Fachkräfte suchen. Nicht nur in der Pflege oder im IT-Bereich sind zahlreiche Jobs vorhanden. In vielen weiteren Sektoren könntest du arbeiten. Ein Beispiel hierfür ist die deutsche Automobilindustrie, deren Zulieferer und der Maschinenbau, welche alle starke Branchen mit hohem Bedarf an Arbeitskräften darstellen. Zudem ist die Forschung innerhalb der Industrie, Medizin und Chemie sehr groß. Deswegen gibt es oftmals Studenten-Jobs und Einstiegspositionen bei medizinischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Halbleiterfirmen und Chemie-Konzernen. Sehr große Arbeitgeber sind beispielsweise Volkswagen, BMW, Mercedes, Bosch, BASF und Bayer. Maschinenbaufirmen wie Dürr, GEA oder Krones sind vielleicht weniger bekannt, aber gegenüber den soeben genannten Großkonzernen nicht minder attraktiv und wichtige Standbeine der deutschen Wirtschaft.

Außerdem können die vielen kleineren Start-Ups im Online-Marketing oder IT-Sektor für dich als Job-Einstieg sehr interessant sein. Oftmals findest du dort ein dynamisches Umfeld und eine junge, sich ständig weiterentwickelnde Unternehmenskultur vor. Außerdem ist die Offenheit gegenüber ausländischen Mitarbeitern innerhalb dieser Unternehmen oftmals sehr groß. Als Kontrast hierzu ist auch der öffentliche Dienst ein weiterer großer Arbeitgeber. Hierzu gehören zum Beispiel die Stadt- und Landkreisverwaltungen. In Großstädten können dort so gleich mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftigt sein.

Alternativ kannst du auch bei vielen NGOs und kirchlichen Unternehmen arbeiten, die sich um gesellschaftliche, soziale und pflegerische Belange ihrer Klient:innen kümmern. Auch dieser Bereich stellt einen guten und soliden Einstieg einer Karriere dar.

Voraussetzung für Studierende, das Arbeiten und eine Karriere in Deutschland 

Studierende aus dem Ausland sollten grundsätzlich bedenken, dass sie ein Visum zum Arbeiten und somit eine Arbeitserlaubnis brauchen. Für Ausländer aus den EU- und EWR-Ländern ist das Arbeiten einfacher und direkt möglich. Ansonsten gilt, dass du eine Arbeitserlaubnis nach dem allgemeinen Ausländerrecht beantragen musst. Das gilt im Übrigen nach dem Brexit auch für britische Staatsangehörige, die nun zu den Drittstaaten gehören. Studierende können sich während des Studiums in Deutschland an die Agentur für Arbeit wenden, bei der sie die Arbeitserlaubnis erhalten. Einige Arbeitgeber helfen außerdem dabei, wenn eine schnelle Einstellung erfolgen soll. Falls du dich im Ausland oder wieder in deinem Heimatland befindest, musst du vor der Einreise das Visum beantragen. Das machst du in diesem Fall bei der deutschen Auslandsvertretung in der dortigen Botschaft oder dem Konsulat in deinem Herkunftsland. Es gibt zudem Staaten, bei denen du erst nach der Einreise einen Aufenthaltstitel einholen musst. Das sind die folgenden Länder: Israel, Australien, Japan, USA, Kanada, Republik Korea und Neuseeland. In dem Aufenthaltstitel muss auf jeden Fall folgender Vermerk stehen, damit du arbeiten darfst: 

„Erwerbstätigkeit gestattet“ oder 

„Jede Erwerbstätigkeit gestattet“

Vielleicht verlangen einige Unternehmen offiziell keine Deutschkenntnisse. Das künftige Vorstellungsgespräch wird beispielsweise in Englisch vereinbart, jedoch wirst du beim Arbeiten schnell feststellen, dass innerhalb vieler Unternehmen dann doch vorwiegend Deutsch gesprochen wird. Deswegen wirst du um das Sprachlernen nicht herumkommen. Es empfiehlt sich einen Deutschkurs zu machen, der dich zu Beginn deiner Karriere auf das Sprachkenntnisniveau B1 oder B2 bringt. Beim Arbeiten wirst du durch das tägliche Sprechen und vielleicht mit weiteren Kursen rasch auf das C1-Nivevau kommen. Sprachkurse gibt es international bei den Goethe Instituten oder anderen regionalen Anbietern. Außerdem gibt es inzwischen viele Anbieter, die Kurse Online oder als App anbieten.

Job-Chancen und Karriere-Möglichkeiten entdecken

Die Chancen, einen interessanten Job in Deutschland zu finden, stehen also gut. Für die Suche gibt es außerdem verschiedene große Stellenportale, bei denen Du in der Regel die Suche entsprechend deiner Fähigkeiten und Präferenzen anpassen kannst. Außerdem findest du üblicherweise direkt auf den Firmenseiten die aktuellen Stellenausschreibungen. Der Pfad dorthin ist meistenteils gleich: Unter „Job“, „Karriere“ oder „Arbeiten bei…“, dann „offene Stellen“ oder „Direkteinstieg“. 

Zusätzliche Portale sind die Agentur für Arbeit mit der eigenen Jobbörse LinkedIn und auch Xing. Innerhalb der sozialen Medien ist es wichtig, sich zudem ein Netzwerk aufzubauen. Gerade LinkedIn bietet die Möglichkeit, offen zu zeigen, dass du einen Job suchst. Möchtest du es allerdings diskreter, kannst du den Hinweis verbergen und nur für Personaler frei schalten. Aber auch innerhalb des Studiums solltest du bereits unter den Mitstudenten und den dortigen Kontakten ein Netzwerk aufbauen, da sich viele Unternehmen auch direkt an die Fachhochschulen und Universitäten wenden, um Fachkräfte zu finden/rekrutieren. 

Was ausländische Fachkräfte für das Arbeiten in Deutschland mitbringen 

Du kannst dir sicher sein, dass du einige gute Argumente mitbringst, warum du für einen deutschen Arbeitgeber interessant bist. Du magst als Studierende:r gemerkt haben, dass die deutsche Kultur sich oftmals durch Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit auszeichnet. Was ausländische Studierende mitbringen, sind oftmals Offenheit, Redegewandtheit, Flexibilität, Improvisationstalent, Zugewandtheit und viele weitere Fertigkeiten. Was es auch sei, du wirst eine sehr gute Ergänzung, selbst in einem Großunternehmen, sein können. Deswegen ist es auch üblich, dass große Konzerne sehr viele ausländische Mitarbeiter:innen haben. Wichtig ist dabei, dass du zusätzlich noch deine persönlichen Stärken einbringst.

Die Bewerbung und das Bewerbungsgespräch

Mit dieser Selbsterkenntnis kannst du dich also selbstbewusst bewerben. Anders als vielleicht in deinem Herkunftsland ist es in Deutschland wichtig, dass du dich mit deinen vollständigen Bewerbungsunterlagen gleich zu Anfang bewirbst. Diese beinhalten neben dem Lebenslauf alle Arbeitszeugnisse der vorherigen Arbeitgeber, das Abschluss- oder Zwischenzeugnis deiner Universität und einem Anschreiben für die spezielle Position. In diesem Bewerbungsschreiben ist es wichtig herauszustellen, warum du dich für die Stelle interessierst und für diesen Job geeignet bist. Hier steht die Eigenvermarktung im Vordergrund, ohne dabei zu übertreiben. In einem „normalen“ Vorstellungsgespräch erwarten dich in der Regel ein:e Mitarbeiter:in der Personalabteilung und dein:e künftige:r Vorgesetzte:r. In anderen Fällen könnte es sein, dass zudem der/die Abteilungsleiter:in und ein:e Mitarbeiter:in vom Betriebsrat anwesend sind. Bei einem Assessment-Center sind wiederum mehrere Bewerber:innen gleichzeitig und diverse Personaler:innen und auch Führungskräfte seitens des/der künftigen Arbeitgebers/Arbeitgeberin anwesend.

Bei einem Vorstellungsgespräch geht es meistens nach dem ersten kurzen „Eisbrecher“ direkt los, dass du dich zu deiner bisherigen Karriere äußerst. Lass dich von dieser direkten Überleitung nicht verunsichern, sondern stelle gekonnt deine Erfahrungen und Stärken heraus. Je nach Unternehmen wird spezifisch nach Stärken oder Schwächen gefragt. Einige Personaler erfragen eher dezenter, was dich beispielsweise persönlich am meisten stört oder nervös macht. Bereite dich auf all diese Möglichkeiten vor. Es gibt viele Hinweise von deutschsprachigen Webseiten, die (z. Beispiel hier bei Stepstone) sich vorwiegend mit dem Vorstellungsgespräch befassen. Sie werden dir sehr helfen. Und eine Spezialität/Eigenheit bringst du auf jeden Fall immer mit, welche abschließend ermutigend erwähnt werden sollte: Du hast als Ausländer auf jeden Fall schon Auslandserfahrungen und bringst automatisch eine Fremdsprache mit. Das ist für viele Unternehmen nämlich sehr wichtig.

Arbeiten und Karriere in Deutschland 

Viele große und mittelständische Unternehmen haben einen festen Plan, wie eine Karriere für Absolventen aussehen soll. Aber selbst kleine Unternehmen können bereits interessante Karriereoptionen bereithalten. Es gibt beispielsweise Möglichkeiten, ein Trainee-Programm zu durchlaufen, um dann direkt danach in Führungspositionen zu kommen. Häufiger gibt es den Direkteinstieg, der dann im Laufe der Zeit Karrieremöglichkeiten bietet. Grundsätzlich sind entweder Führungs- oder Spezialisten-Funktionen als Aufstieg möglich. Beide führen in der Regel aufgrund größerer Verantwortungsübernahme und benötigter Fachkenntnisse eine Gehaltsverbesserung mit sich. 

Leben in Deutschland 

Neben einem guten Job und deiner persönlichen Karriere kannst du in Deutschland aber auch viel während deiner Freizeit unternehmen. Studierende haben das meistens schon erleben können. Es gibt natürlich einige Arbeitsorte, die sich je nach Branche in bestimmten Regionen besonders konzentrieren. So findest du beispielsweise um Stuttgart, München und Wolfsburg die klassischen Automobilhersteller und ihre Zulieferer. Maschinenbauer finden sich hingegen überall. Selbst auf der schwäbischen Alb beispielsweise, welches eher als ländlich gilt, gibt es viele kleinere Maschinenbauunternehmen, die interessante Jobchancen bieten. Bist du hingegen am Bankensektor und Finanzmarkt interessiert, wird es dich vielleicht eher nach Frankfurt am Main ziehen. Wo du auch hinziehen wirst, es gibt fast immer viele Möglichkeiten, spannende Dinge in der Freizeit zu unternehmen. Deutschland ist zudem europäisch zentral gelegen, sodass du mit dem Auto oder der Bahn sehr schnell in Nachbarländer kommst.

Lebenslanges Lernen – weiterhin „Studierende:r“ in Deutschland bleiben 

Studierende bleiben auch im Job Lernende – ihr Leben lang. Denn die Entwicklungen rund um Industrie 4.0 und die Digitalisierung geben die Herausforderungen vieler Unternehmen in Deutschland vor. Falls du Interesse an Weiter- und Fortbildungen hast, bist du hier richtig. Andererseits sind für Studierende immer noch viele Möglichkeiten vorhanden, das derzeitige Studium weiterzuführen und bei einem Arbeitgeber einen Masterabschluss zu erreichen oder auch eine Doktorarbeit zu schreiben. Dann können Studierende diese Arbeitgeber:innen vor einem potenziellen festen Einstieg testen und sich präsentieren. Viele Studierende werden dadurch später in einen festen Job übernommen.

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Letztes Update: Mai 31, 2021

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